Über die Ohnmacht.

1/2 In den letzten Tagen passiert wieder sehr viel um mich herum und ich verspüre wieder dieses Gefühl der Ohnmacht. Die Lage im Sudan: Menschen, die täglich ermordet, vergewaltigt und verletzt werden. Der sichtbare Klimawandel, der zu Hitzewellen führt, die zum Tod von Menschen führ wie in in Indien oder der starke Regen, und die daraus werdenden Überschwemmungen, die das Zuhause von vielen Menschen zerstören. Angriffe auf Gebetshäuser, weil mensch anders glaubt, Angriffe auf Menschen weil mensch anders liebt. Verunsichernde internationale Ereignisse, geschichtsprägende nationale Geschehnisse. Und in all diesen turbulenten Zeiten frage ich mich die ganze Zeit: was mache ich? Was ist mein Beitrag? Welche Rolle möchte ich einnehmen? Kann ich, und wie kann ich etwas verändern? Diese Zeit prägen? Etwas leisten? Und oft weiß ich es nicht. Und dann kommt dieses Gefühl der Ohnmacht, das mich so fertig macht. Ich poste etwas zum Sudan, und will danach etwas anderes, Alltägliches, im Vergleich dazu Unnötiges posten, und komme mir so dumm vor - so als täte ich als wäre nichts. Und ich denk mir: das ist unangemessen, das kann ich doch nicht posten. Wen interessiert mein neues Foto, mein Mittagessen, was ich am Wochenende mache? Ich kann doch nicht so tun als ging mein Leben normal weiter. Aber ehrlich: Ja, das Leben geht doch normal weiter. Und ich bin mir dieses Privilegs auch sehr bewusst und muss es mir auch weiterhin bewusst werden. Ja bei mir geht es weiter: ich habe das Internet und muss über den Sudan etwas schreiben, wenn ich weiß, dass meinen Schwestern gerade dort das Internet gesperrt wird, damit sie nicht über ihre Vergewaltigungen berichten können. Ja, ich lebe in einem Land, das privilegiert ist, und die Möglichkeiten hat, politisch Druck zu machen, damit wir eine Klimapolitik haben, die nicht zum Ende unserer Zivilisation führt. Ja, ich bin privilegiert und habe die Stimme und die Reichweite, um gegen Ungerechtigkeit aufmerksam zu machen und bewusst dagegen zu kämpfen. Und ja, ich muss auch Andere auf ihre Privilegien aufmerksam machen, die sie vielleicht viel zu wenig nützen.

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